Instagram für Musiker?

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Ich habe mir überlegt, eine kleine Serie zu starten über Social Media Kanäle und wie man diese als klassischer Musiker nutzen sollte bzw. könnte.
Heute fangen wir an mit Instagram - aus aktuellem Anlass, weil Nils Mönkemeyer ein Video gepostet hatte auf Facebook zur #100daysofpractice-Challenge und da sich Fragen häuften, was das denn eigentlich sei und wozu überhaupt etc.

Kurze Facts - was ist Instagram?

- Instagram ist ein Social Media Netzwerk, das zum Teilen von Fotos/Videos erfunden wurde
- auf Instagram tummeln sich über 500 Mill. User aus aller Welt
- Instagram funktioniert rein als App auf iPhone/Android
- es gehört zu Facebook
- Instagram funktioniert auch quasi als Microblog, wo man täglich ein oder mehrere Fotos hochladen kann, mit Text versehen und so seinen Followern viele verschiedene Themen präsentieren kann, Tagesablauf etc.
- man kennzeichnet seine Bilder mit Hashtags (das ist dieses Zeichen #) und schreibt dahinter z.B. sowas wie #photooftheday #love #inspiration o.ä., dadurch kann das Bild auch gefunden werden, wenn nach dem Hashtag gesucht wird und so generiert man auch neue Follower, die auf das Profil aufmerksam werden.
- auf Instagram kann man ein öffentliches oder ein privates Profil haben. Bei ersterem sehen alle die Posts, bei letzterem nur die Follower, die man akzeptiert hat
- in vielen Bereichen wie Lifestyle, Food etc., ist Instagram ein unglaublich wichtiges Werbe-Tool geworden, wo es um richtig viel Geld geht. Je mehr Follower die Produktplazierungen (mal mehr, mal weniger eindeutig als Werbung gekennzeichnet) sehen, desto besseres Marketing ist es für große Unternehmen (Schmuck, Make-up, Mode, etc.).

Wie kann man Instagram als Musiker nutzen?

Wenn man die Accounts der "großen Stars" checkt, Yuja Wang z.B. hat über 47.000 Follower, Anne-Sophie Mutter erst 1078, Rolando Villazon 17.200, Daniel Hope nur 250...
Ich denke, die Häufigkeit der Posts generiert mehr Follower und die Menge an interessanten, lustigen Fotos, die man postet.
Als Musiker kann man einfach Fotos posten von unterwegs, Selfies mit seinen Musikerkollegen, kleine Videos vom Reisen, oder Üben in der Künstlergarderobe, man kann kurz erzählen, wie einem die Stadt gefällt, in der man gerade konzertiert, oder oder oder....
Letztendlich kann man als Musiker dasselbe auch auf Facebook machen, nur eben immer mit Bilder verbunden, im Idealfall recht persönlich.

Man kann erstmal einfach ein Profil erstellen und sich dort umschauen, ob es einem gefällt - auch ohne eigene Postings.
Es gibt dort auch eine Community von klassischen Musikern und auch der Branche, mit dem Hashtag #classicalmusic findet man ca. 700.000 Bilder, #operasinger spuckt 111.000 Fotos aus, die großen Labels (dgclassics, sonyclassical) sind auch vertreten, auch Askonas Holt und IMG Artists. 
Allerdings denke ich, die Großzahl der Follower auf Instagram sind eher Fans...(was nicht schlecht ist natürlich), aber einen beruflich nicht unbedingt weiterbringt.

Auf Instagram gibt es auch Challenges, wie z.B.#100daysofhappinesss, #100daysoffitness, #100daysofproductivity, denen man sich anschließen kann.
So ist wohl auch die #100daysofpractice entstanden, wo man seine Fortschritte beim Üben dokumentieren kann.
Wenn man da die Videos und Fotos anschaut, sieht man viele, viele Musiker aus aller Welt, mit ganz unterschiedlichem Level - zum Teil sicher interessant, lustig und vielleicht auch motivierend!


Mein Fazit:
Instagram ist für mich bisher kein besonders aktives Network, das ich unbedingt täglich nutzen mag,  und ich empfehle es auch nicht meinen Kunden, dass es zwingend notwendig ist, ein Account zu haben. Ich sehe es eher als Nice-to-have, wenn man Spaß daran hat, sich Bilder anzugucken oder sich dadurch inspirieren zu lassen.
Es befriedigt auf jeden Fall unter Umständen den Voyeur in uns (und in den Fans), wenn man andere bei ihren Reisen, Abendessen, Konzertproben etc. zugucken lässt - sprich, eine gute Selbstdarstellung ist alles! ;-)
Sicherlich ist bei der ständigen Nutzung von Smartphones schnell mal ein Bild gepostet, wenn man eh vieles fotografisch festhält...
Aber meiner Meinung nach zählt immer noch (und das auch in der Klassik): "content is king" - was will ich eigentlich mit meinen Posts sagen? Oder erreichen?
Das ist also der eigentliche Knackpunkt hinter der Frage der Social-Media-Nutzung und muss individuell für jeden einzelnen beantwortet werden.

Bei weiteren Fragen dazu helfen wir von premiertone gern weiter! ;-)